Die hyperfokale Distanz

Vielfach begnügt man sich damit, am Blendenring oder am Schärfentiefenanzeiger bei der Einstellung auf ∞ (Unendlich) festzustellen, dass die Schärfentiefe bereits bei x Meter beginnt. Dabei merkt man, dass Schärfentiefe verschenkt wurde, denn über ∞ hinaus nimmt eben die Schärfentiefe nicht zu. Wird nun die Entfernung so eingestellt, dass die Schärfentiefe von einem nahen Punkt bis ∞ reicht, ist die “hyperfocale” Distanz gefunden.
Der Fotograf braucht diese Einstellung etwa bei Landschaften, Straßenaufnahmen, auch bei Aufnahmen für die Industrie in größeren Hallen und bei Gesamtaufnahmen von Werken. Der Fachfotograf hat aber an seinen Objektiven die er an der Studiokamera benutzt weder Schärfentiefenanzeiger noch andere Angaben für die Schärfentiefe.

Unter Schärfentiefe verstehen wir den Bereich, in dem die Dinge scharf abgebildet erscheinen, genauer genommen, in denen die Zerstreuungskreise, die anstelle einer exakten punktförmigen Abbildung der einzelnen Bildelemente entstehen, einen bestimmten Durchmesser nicht überschreiten.
Zu den bekanntesten Einstellregeln gehört, dass man bei rationeller Verteilung der Bildschärfe von einer nahen Entfernung bis ∞ auf das Doppelte der Naheinstellung einstellt. Dann reicht die Schärfe bis ∞. Diese alte praktische Regel wird meist nach der Schärfendarstellung auf dem Mattscheibenbild angewendet und ist damit den verschiedenen Ungenauigkeiten ausgesetzt. Die hyperfocale Distanz oder die notwendige Blende wird errechnet, je nachdem von welchen Gegebneheiten man ausgeht. Dazu gibt es zwei Formeln, mit denen man verhältnismäßig einfach rechnen kann. Nur ist dabei darauf zu achten, dass man alle Maßeinheiten in derselben Dimension einsetzt, also entweder alles in Zentimeter oder alles in Millimeter rechnet.